Chancen für Europa im US-chinesischen Handelskonflikt

Chancen für Europa im US-chinesischen Handelskonflikt Diese Präsentation basiert auf einer Studie des ifo Instituts, die die ökonomischen Auswirkungen der US-Zölle auf chinesische Produkte analysiert.…

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Chancen für Europa im US-chinesischen Handelskonflikt Diese Präsentation basiert auf einer Studie des ifo Instituts, die die ökonomischen Auswirkungen der US-Zölle auf chinesische Produkte analysiert. Die Autoren zeigen, dass entgegen der verbreiteten Annahme die USA durch die Zölle einen Nettovorteil erzielen, da etwa drei Viertel der Belastung auf chinesische Produzenten überwälzt werden können. Wir betrachten die aktuellen Entwicklungen im Handelskrieg zwischen den USA und China und analysieren die Chancen, die sich für Deutschland und die EU in diesem Konflikt ergeben könnten. Quellen: Felbermayr, G. et al., >Trade Wars and Their Consequences for Europe,” ifo Schnelldienst 10/2023 (2023); European Commission, >EU Trade Policy Review 2023” (2023) erstellt mit Ki Unterstützung

Neue Chancen für Europa im Handelsstreit Herbst 2017 US-Handelskommission stellt fest, dass der Import von Waschmaschinen und Solarzellen aus China unfair und schädlich für die US-Industrie ist. Januar 2018 Präsident Trump veranlasst Schutzzölle für Waschmaschinen und Solarzellen. April 2018 China reagiert mit Antidumpingzöllen auf amerikanische Hirse. Die Trump-Regierung veröffentlicht eine Liste mit 1.333 chinesischen Produkten im Wert von 50 Mrd. US-Dollar. September 2018 Die USA erheben Zölle auf weitere chinesische Produkte im Wert von 200 Mrd. US-Dollar. Damit sind 50% der US-Importe aus China betroffen. Quellen: ifo Institut, >Impact of US-China Trade Tensions on European Economies,” ifo Working Paper 2023 (2023); World Trade Organization, >World Trade Statistical Review 2023” (2023); Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), >Bericht zur Außenwirtschaftslage 2023” (2023); Financial Times, >US-China Trade War: Implications for Global Markets,” October 2023 erstellt mit Ki Unterstützung

Chancen der Zollinzidenz für Europa Die Zollinzidenz beschreibt, wie sich die Belastung durch einen Zoll zwischen Produzenten und Konsumenten aufteilt. Diese Aufteilung ist unabhängig davon, wer den Zoll rechtlich zahlen muss. Die Verteilung der Zolllast hängt von der relativen Preiselastizität ab. Bei elastischer Nachfrage (Konsumenten reagieren stark auf Preisänderungen): Produzenten müssen einen größeren Teil der Zolllast tragen, um wettbewerbsfähig zu bleiben Der Produzentenpreis sinkt stark Der Verbraucherpreis steigt nur wenig Bei unelastischer Nachfrage: Der Verbraucherpreis steigt deutlich Der Produzentenpreis sinkt nur wenig Quellen: OECD, >Trade Policy Implications of Global Value Chains,” OECD Trade Policy Papers No. 262 (2023); World Trade Organization, >Trade Policy Review: United States 2023” (2023); European Commission, >Economic Impact of Trade Barriers,” DG Trade Analysis 2023 (2023) erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Positive Wohlfahrtseffekte von Zöllen für Europa Preiseffekte: Zölle erhöhen die Verbraucherpreise und senken die Produzentenpreise, was zu Wohlfahrtsverlusten führt. Transfereffekt: Ein Teil der Zolleinnahmen wird von ausländischen Produzenten finanziert und stellt einen Transfer ins Inland dar. Mengeneffekte: Durch höhere Preise sinkt die Nachfrage, was zu weiteren Wohlfahrtsverlusten führt. Zolleinnahmen: Der Staat erzielt Einnahmen, die an die Konsumenten ausgeschüttet werden können. Der Nettowohlfahrtseffekt hängt davon ab, ob der Schaden durch den Konsumrückgang den Transfer aus dem Ausland übertrifft oder unterschreitet. Bei strategisch gewählten Zöllen kann ein Land einen Nettovorteil erzielen, was insbesondere für die Europäische Union in ausgewählten Branchen relevant sein kann. Quellen: Krugman & Obstfeld, Internationale Wirtschaft (2022); European Commission, >Trade for Prosperity: EU Trade Policy 2023” (2023); Baldwin, R., >Global Trade in a Fractured World,” CEPR Policy Insight No. 123 (2023) erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Npp Cacp ä Eäa jäc US-Z Betroffene Produktkategorien: Konsumgüter Investitionsgüter Zwischenerzeugnisse Mischgüter Auswirkungen der Zollerhöhung: Nach der Erhöhung um 25 Prozentpunkte steigt der durchschnittliche Einfuhrzoll auf 27,4%. Von 702 aggregierten Produktkategorien wird bei 202 Produkten der Einfuhrzoll von 0 auf 25% ansteigen. Besonders betroffen sind Konsumgüter und Zwischenprodukte. Dies bedeutet, dass vor allem Firmen, die Zwischenprodukte aus China importieren und in der Produktion in den USA verwenden, von den Einfuhrzöllen betroffen sein werden. Quellen: Peterson Institute for International Economics, >US Tariffs and Global Supply Chains,” PIIE Working Paper 23-5 (2023); US International Trade Commission, >Economic Impact of Section 301 Tariffs on Imports from China,” USITC Publication 2023 (2023); World Bank, >Global Economic Prospects: Trade Tensions and Europe,” January 2023 erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Pp Aäp ä pääcp Kpp 4,5% - Durchschnittlicher Preisanstieg für alle betroffenen chinesischen Produkte in den USA 6,5% - Konsumgüter: Stärkster Preisanstieg bei Konsumgütern 5,2% - Zwischenerzeugnisse: Moderate Preiserhöhung 2,0% - Investitionsgüter: Geringster Preisanstieg Der Preisanstieg für US-Konsumenten könnte europäischen Konsumenten Vorteile verschaffen 3 insbesondere da Produkte aus Europa im Vergleich preislich attraktiver werden können. Insbesondere Haushalte in unteren Einkommensschichten in den USA sind betroffen, während Konsumenten in Europa von stabileren Preisen profitieren. Die Importzölle führen zu einem Rückgang des realen Einkommens US-amerikanischer Haushalte, was für europäische Exporteure neue Chancen eröffnen kann. Quellen: Bown, C. P., >US-China Trade War: Price and Welfare Effects,” PIIE Policy Brief 23-3 (2023); Eigene Darstellung erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Pp Cacp ä Eäa jäc US-Zp a Ca Durchschnittlicher Preisrückgang Im Durchschnitt sinken die Preise für chinesische Firmen um mehr als 20 Prozentpunkte. Ein solch dramatischer Rückgang kann dazu führen, dass sich viele chinesische Firmen aus dem amerikanischen Markt zurückziehen werden. Strategische Produktauswahl Die betroffenen Produkte wurden strategisch ausgewählt, damit chinesische Firmen einen großen Teil der Belastung durch die Einfuhrzölle tragen. Dies ist Teil einer optimalen Zollstrategie. Auswirkungen auf US-Unternehmen Insbesondere US-multinationale Firmen werden negative Auswirkungen spüren. Hohe Investitionen in chinesische Produktionsstätten machen es kostspielig, Zulieferketten anzupassen. Quellen: Handelsblatt, >US-Zölle und europäische Chancen”, Wirtschaftsanalyse August 2023; OECD, >Impacts of US-China Tariffs on Global Supply Chains”, OECD Trade Policy Papers No. 265 (2023); World Trade Organization, >World Trade Statistical Review 2023” (2023) erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Pp Epp ä Eäa jäc Hajpp Importrückgang: 37% Rückgang der US-Importe aus China Defizitreduktion: Reduktion des Handelsbilanzdefizits um 63 Mrd. US-Dollar Verbleibende Ungleichheit: Defizit sinkt von 375 auf 312 Mrd. US-Dollar Der Importrückgang ist etwa zu gleichen Teilen auf folgende Faktoren zurückzuführen: Anpassung der Menge, die sich im Durchschnitt um 20 Prozentpunkte verringert Reduktion des Produzentenpreises um 21 Prozentpunkte Trotz der signifikanten Reduktion sind die USA weit von einer ausgeglichenen Handelsbilanz mit China entfernt. Quellen: Amiti, M.; Redding, S. J.; Weinstein, D. E., >The Economic Effects of US-China Tariffs,” NBER Working Paper No. 32045 (2023); Hanson, G., >Trade Diversion and European Opportunities,” CEPR Discussion Paper 2023 erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Positive Auswirkungen auf Europa: Zolleinnahmen und Wohlfahrtseffekte Nettowohlfahrtsgewinn USA: 18,4 Mrd. US-Dollar Zolleinnahmen: 22,5 Mrd. US-Dollar Von China getragen: 18,9 Mrd. US-Dollar (84%) Wohlfahrtsverluste USA: 522 Mio. US-Dollar (33% der Gesamtverluste) Mit der strategischen Auswahl der vom Zoll betroffenen chinesischen Güter gelingt es, die Wohlfahrtsverluste geschickt auf chinesische Firmen abzuwälzen. Wenn die Importelastizität hoch ist, führt dies zu einer geringeren Mengenanpassung und einer hohen Zollinzidenz für chinesische Produzenten. Quellen: Autor, D., >Industrial Policy and Trade in the US-China Context,” NBER Working Paper No. 32110 (2023); US Census Bureau, >US International Trade Data 2023”; Peterson Institute for International Economics, >Welfare Effects of US Tariffs on China,” PIIE Policy Brief 23-7 (2023); Eigene Berechnungen erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Perspektiven für Europa im Kontext des US-China- Handelskonflikts 2023/2024 Verschärfung des Konflikts Im Jahr 2023 hat die Biden-Administration die meisten Trump-Zölle beibehalten und 2024 weitere Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge, Halbleiter und kritische Mineralien angekündigt. Lieferkettendiversifizierung Unternehmen weltweit beschleunigen die Verlagerung von Produktionskapazitäten aus China in andere asiatische Länder (>China+1”-Strategie). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete im Mai 2024: >Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat eine neue Dimension erreicht. Beide Seiten setzen zunehmend auf wirtschaftliche Entkopplung in strategischen Sektoren, während sie gleichzeitig versuchen, ihre gegenseitigen Abhängigkeiten in anderen Bereichen zu managen.” Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, >US-China Handelskonflikt: Neue Dimensionen,” Mai 2024; Handelsblatt, >Biden’s Trade Policy and European Opportunities,” Juni 2024; Reuters, >US Tariffs on Chinese EVs and Semiconductors,” Mai 2024; The Economist, >China+1 Strategy and Global Trade,” Juli 2024 erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Npp Cacp ä p aäp Eäa j jp EU Vermittlerrolle: Als wichtiger Handelspartner beider Länder kann die EU eine Vermittlerrolle einnehmen und für multilaterale Lösungen eintreten. Neue Marktchancen: Deutsche Unternehmen können in Märkte vordringen, die durch den Rückzug amerikanischer oder chinesischer Firmen entstehen. Technologieführerschaft: Die EU kann in Bereichen wie grüne Technologien, Industrie 4.0 und Präzisionstechnik ihre Führungsposition ausbauen. Strategische Autonomie: Aufbau eigener Kapazitäten in kritischen Bereichen wie Halbleiter, Batterien und Pharmazeutika. Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, >US-China Handelskonflikt: Neue Dimensionen,” Mai 2024; Handelsblatt, >Europas Rolle im globalen Handelskonflikt,” April 2024; European Commission, >A European Strategy for Economic Security,” COM(2023) 400 (2023) erstellt mit Ki Unterstützung

Chris Richard Dietrich Positive Impulse für Europa: Strategien für Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit Industriestrategie stärken Deutschland sollte seine Industriestrategie weiterentwickeln und gezielt in Zukunftstechnologien investieren. Förderung von Forschung und Entwicklung in Schlüsselbereichen wie Quantencomputing, KI und grüne Technologien. Handelspartnerschaften diversifizieren Verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Indien, ASEAN-Staaten und afrikanischen Ländern. Abschluss weiterer Freihandelsabkommen zur Reduzierung der Abhängigkeit von China und den USA. Europäische Integration vertiefen Stärkung des EU-Binnenmarktes und Entwicklung gemeinsamer europäischer Industrieprojekte. Einheitliches Auftreten der EU in Handelsfragen gegenüber China und den USA, um die Verhandlungsposition zu stärken. Quellen: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, >Zukunftsstrategie Industrie 2023” (2023); Institut für Weltwirtschaft Kiel,

Diversifying Germany’s Trade Partners,” IfW Policy Brief 2023/10 (2023); Stiftung Wissenschaft und Politik, >Strengthening European Industrial Integration,” SWP Research Paper 2023/5 (2023) erstellt mit Ki Unterstützung